The LETSaholic Twist
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About the book

This is the information James Taris shared with LETS groups all over the world on his international LETS tours between 2002-2004.

 

 

 

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Translation kindly provided by Claus Beecken
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Tel. 0871 – 2 76 44 16 +++ Mobil: 0174 – 71 20 695
email: cbee@clausla.de Homepage: http://www.clausla.de


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Zusammenfassung einer
9-Punkte -„Tauschring“

- Präsentation gehalten von James Taris (Australien)
an verschiedenen Orten in Europa

(Übersetzung von Claus Beecken)

1. Tauschring-Philosophie

Man sollte das Tauschguthaben als Versprechen einer Gegenleistung auffassen und nicht als Geld! Das hilft, einen gemeinschafts-orientierten Geist in der Gruppe aufzubauen und verleiht jeder Tauschaktivität einen freundlicheren Ton.

2. Angebote

Man sollte nur folgende drei Arten von Gegenständen oder Dienstleistungen anbieten:

A – Arbeiten, die man gerne macht
B – Fähigkeiten, die man erlernen, verbessern oder perfektionieren möchte
C – Dinge, die man nicht braucht oder nicht mehr haben möchte (oft überflüssige Sachen)

Wenn man einen Anruf von einem Mitglied bekommt, versuche man sein Bestes, um ihm zu helfen. Denn es gibt nichts Frustrierenderes als Mitglieder zu kontaktieren, die die in ihren Anzeigen angebotenen Dienste oder Sachen nicht liefern wollen (oder können).

3. Gesuche

lassen sich in 2 Kategorien einteilen:

A – NOTWENDIGES – das sind die Grundbedürfnisse des täglichen Lebens, wie Hypothekentilgung /Miete, Telefon, Strom, Gas, Tanken, Kleidung, Nahrungsmittel, u. a. Man sollte sich dazu entschließen, seinen Verdienst für die Befriedigung der Grundbedürfnisse zu reservieren und dann zu sehen, ob irgendetwas (wie z. B. Nahrungsmittel oder Kleidung) über den Tauschring zu beziehen ist.

B – LUXUS – das sind die Extras, die man nicht zum Leben braucht (oder die man letztendlich selber machen muss), die aber, wenn man sie denn hätte (oder ein anderer für einen erledigen würde) die eigene Lebensqualität verbessern würden. Dinge wie Rasenmähen, Gartenarbeiten, Malerarbeiten, Hausreparaturen, Autoreparaturen, Massagen, Computernachhilfe, Musikinstrumenten-Unterricht, Geschenke, Bücher, u. a.

Man sollte versuchen, so viel wie möglich an Luxus über den Tauschring zu bekommen, um so seine Lebensqualität zu verbessern!

Man gehe die Anzeigenliste der Tauschzeitung durch und überprüfe alle angebotenen Dinge und Dienstleistungen daraufhin, ob

i) man sie haben möchte und noch nicht hat, weil man sie sich entweder nicht leisten kann oder die Barausgabe dafür nicht zu rechtfertigen ist.

ii) man sie z .Zt. selber macht, aber das nicht gerne tut (Das Tauschen könnte einem mehr Zeit verschaffen, um für andere Mitglieder Dinge zu tun, die einem wirklich Spaß machen).

4. Tauschen

Wenn es ums Tauschen geht, sollte man 3 Dinge beachten:

a) Man sollte neuen Mitgliedern bei ihrer ersten Tauschaktivität helfen, am besten gleich in der ersten Minute, nachdem sie eingetreten sind, oder so bald wie möglich danach. Neue Mitglieder tun sich manchmal schwer, andere Mitglieder zu kontaktieren, weil sie befürchten, abgewiesen zu werden. Man kann ihnen dabei helfen, diese Hürde zu überwinden, indem man sie in Kontakt mit Leuten bringt, von denen man weiß, dass diese dem neuen Mitglied helfen werden. Danach finden sich die Neuen im Allgemeinen problemlos selbst zurecht.

b) Man sollte herausfinden, ob neue Mitglieder „Nehmer“- oder „Geber“-Typen sind. Manche Mitglieder müssen erst etwas von der Gruppe bekommen haben, bevor sie überzeugt sind, dass das System funktioniert. Andere dagegen müssen erst ein Guthaben verdient haben, ehe sie Zutrauen gewinnen. Beide Tauschtypen sind in Ordnung, aber jeder Tauschpartner fühlt sich in der Rolle am wohlsten, mit der er am besten vertraut ist.

c) Man sollte so viele Mitglieder wie möglich treffen – und das so bald wie möglich. Denn Mitglieder werden demjenigen, den sie schon kennen, bereitwilliger einen Gefallen tun als einem Fremden. Und der beste Weg Gruppenmitglieder zu treffen, ist die Teilnahme an den monatlichen Tauschring-Veranstaltungen, von denen es 3 Arten gibt:

i/ „Zwanglose Treffen“: Das ist ein gemütliches Beisammensein von Mitgliedern und ihren Familien, die sich zum Frühstück, Mittag- oder Abendessen treffen.

ii/ „Tausch-Tage“: Das sind Treffen mit der Möglichkeit zum Tauschen und gleichzeitigem gemütlichen Beisammensein. Aber es besteht natürlich keine Tauschpflicht. Wie bei jedem Tauschen braucht man Geber und Nehmer.

iii/ „Projekt-Tage“: Das sind Arbeitstreffen, die zur Durchführung einer speziellen Aufgabe organisiert werden. Das kann entweder zum Wohle der gesamten Gruppe oder zum Wohle eines Mitglieds sein. Die Teilnehmer werden für ihre Arbeitszeit in Tauschring-Währung entlohnt.

5. Mithilfe in der Tauschring-Verwaltung

Man sollte bei seiner Gruppe anfragen, ob man auf einem Gebiet mithelfen kann, das einen interessiert. Die Gruppe kann immer Hilfe gebrauchen und man wird deshalb wie ein König behandelt werden. Mithilfe ist ein ausgezeichneter Weg, um

a) Tauschpunkte zu verdienen und so sein Konto ins Plus zu bringen.
b) mehr über seine Tauschbörse und ihre Funktion zu lernen.
c) seine Fähigkeiten zu entwickeln (Ich habe Desktop-Publishing und Entwerfen von Internetseiten durch die Tauschbörse gelernt!).
d) mehr Mitglieder schneller zu treffen und so seine Tauschmöglichkeiten zu verbessern.

6. Motivation einer Tauschringgruppe

Manchmal tritt bei einem Tauschring ein Schwund an Mitgliedern und Tauschaktivitäten auf. Das ist oft ein erstes Anzeichen dafür, dass das Vertrauen in den Tauschring abgenommen hat, was eher als ein Warnsignal denn als das Läuten der Totenglocke betrachtet werden sollte. Ich habe festgestellt, dass die beste Lösung für solch eine Situation die Wiederherstellung des Vertrauens in der Gruppe ist, und zwar dadurch, dass man den Mitgliedern dabei hilft, das zu bekommen, was sie möchten. Man muss das aufreizendste Mitglied mit der größten Überzeugungskraft (eventuell sich selbst) soweit bringen, dass diese Person alle restlichen Mitglieder anruft:

a) Nachdem man sich vorgestellt hat, sollte man zum Ausdruck bringen, dass man bereit ist, alles zu tun, was in seinen Kräften steht, um dem Mitglied zu helfen, das zu bekommen, was es sich wünscht.

b) Man lasse sich bestätigen, dass das Mitglied noch zu seinen Angeboten in der Tauschzeitung steht (Falls nötig, muss man bei der Suche nach zusätzlichen Angeboten helfen).

c) Man sollte eine lange Liste von möglichen Dienstleistungen und Tauschgegenständen zusammenstellen (Ich habe in meiner ersten Liste 200 Vorschläge gehabt.) und das Mitglied fragen, welchen Vorschlag es jetzt oder später nutzen könnte. Ziel muss sein, die anderen Mitgliedern davon zu überzeugen, dass man neue Mitglieder werben kann, die die gesuchten Dinge liefern können.

d) Man nutze seine Kenntnisse über Angebot und Nachfrage und arrangiere Tauschaktivitäten zwischen den Mitgliedern.

Diese Aktion dauert gar nicht so lange wie man denkt. Abhängig von der Zahl der Mitglieder kann man das in 1, 2 oder 3 Tagen schaffen. Was nicht lange ist, wenn man bedenkt, dass dadurch das Überleben des Tauschrings gesichert werden kann.

Außerdem ist das keine Dauerbeschäftigung. Wenn die Mitglieder wieder zu tauschen beginnen, haben sie das verloren gegangene Vertrauen zurück gewonnen und werden bald wieder selber zum Telefonhörer greifen, um von sich aus Tauschgeschäfte anzubahnen.

7. Neue Mitglieder werben

Mitgliederschwund aus unterschiedlichen Gründen ist eine ganz normale Erfahrung in jeder Gruppe. Deshalb muss das Anwerben neuer Mitglieder eine Daueraktivität der Gruppe sein.

Die folgenden Werbemethoden haben sich als sehr erfolgreich erwiesen:

a) eine Zeitungsnotiz in der Rubrik „Veranstaltungen“ (meist gratis in den „Umsonst-Blättern“)

b) ein Tauschring-Stand bei Straßenfesten, Festivitäten und Flohmärkten (für kommunale Gruppen oft gebührenfrei)

Aber die beste Werbung ist immer noch der erfolgreiche Abschluss von Tauschaktivitäten zwischen den Mitgliedern. Diese haben so die Möglichkeit, sich vor Familienmitgliedern und Freunden zu rühmen, dass für sie Arbeiten ohne Geld erledigt wurden. Meist braucht es nicht vieler solcher Beispiele, bis die Freunde oder andere Familienmitglieder an die Tauschring-Tür klopfen und um Mitgliedschaft bitten.

8. Tauschring-Linkliste (LETS* – Linkup)

Am 19. Oktober 2001 begann ich mit der Arbeit an LETS-Linkup.com. Das sollte eine Website werden, die Links zu allen Tauschringen dieser Welt und alle Internet-Artikel enthalten sollte, die etwas mit Tauschringen zu tun hatten.

Nach drei Wochen und 250 Stunden Arbeit hatte ich eine Website mit über 60 Seiten und einer Liste von mehr als 1000 Tauschring-Gruppen aus über 100 Ländern zusammengestellt. Ich nutzte anschließend diese Erfahrung bei der Präsentation „Tauschringe und Internet“ vor der australischen Tauschringtagung am 3. November, drei Wochen, nachdem ich dieses Projekt gestartet hatte.

Die Website wurde weiter gut von Tauschringen aus aller Welt unterstützt und ist seitdem auf 78 Seiten mit einer Liste von 1500 Tauschringen aus 38 Ländern angewachsen.

9. James Taris Tauschring-Hintergrundinfo

Mein Name ist James Taris und ich bin ein LETSaholic.

Ich habe mich meinem ersten Tauschring 1994 angeschlossen und nach meinen ersten Tauscherfahrungen (11 Monate nach meinem Eintritt!) bin ich mit Leib und Seele den Vorteilen der Tauschringidee erlegen. So habe ich mich einigen weiteren Tauschringen angeschlossen und etliche mit aus der Taufe gehoben.

Ich bin mehre Male vom Rundfunk zum Thema Tauschringe interviewt worden und bin Tauschring-Sprecher bei etlichen Tauschringtagungen gewesen.

Die gegenwärtige Vortragsreise durch Europa zum Thema Tauschring-Idee dient für mich dazu, Informationen aus erster Hand über Tauschringe und ihre Arbeitsweise in Übersee zu sammeln. Außerdem ergibt sich so eine Möglichkeit, einmal aufzuzeigen, wie Tauschguthaben dazu genutzt werden können, mit Mitgliedern aus aller Welt zu tauschen. Alle meine Übernachtungen und viele andere Kosten wurden durch Tauschaktivitäten gedeckt.

Ich liebe Tauschringe! Lang lebe die Tauschring-Idee!

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*) LETS = Local Exchange and Trading System (Lokales Tausch- und
Handels-System), in diesem Artikel mit „Tauschring“ übersetzt.

 


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